Übel: Safety-Check-Button

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Vor 2 Tagen war es mal wieder soweit: eine Terror-Attacke – kurz darauf die Facebook Timeline voll von Menschen, die – auf Empfehlung von Facebook – den „Safety Check“ Button drückten, um so all ihren Freunden, Familie und Co. mitzuteilen: „Ich bin in Sicherheit“.

Während der jüngsten Attacke in Paris starben zwei Menschen. Tragisch, doch im Verhältnis zu rund 2,2 Millionnen Menschen, den Einwohnern Paris, eine überschaubare Zahl, gerade im Vergleich zu anderen Ereignissen, die in Paris zu Toten oder Verletzten führen. Doch Facebook forderte all jene User dazu auf sich als „in Sicherheit“ zu markieren, die zum Zeitpunkt der Messerattacke in Paris verweilten.

November, 2017, ein ähnliches Szenario in New York: eine Terrorattacke führt zum Tod von acht Menschen. Daraufhin fordert Facebook rund 8,5 Millionen Menschen dazu auf den „Safety-Button“ zu drücken. Und, noch absurder: Facebook forderte auch Menschen, die sich nicht im „Krisengebiet New York“ befanden dazu auf bei all jenen New Yorker Facebook Freunden nachzufragen, ob sie safe sind.

Ein Alarmismus, der nicht für Sicherheit sorgt, sondern immer öfter für Panik – und, ganz wichtig für Facebook: für Traffic dank Interaktion. Seit 2016 funktioniert der „Safety Check Button“ über einen Algorithmus:

Wenn auffallend viele User Begriffe wie „Anschlag“ oder Terror“ verwenden und entsprechende Nachrichten von Drittmedien, beispielweise von Lokalzeitungen etc., verbreitet werden, dann löst Facebook die Sicherheitsfrage aus, ursprünglich, so Facebook, wurde das Tool erschaffen, damit Opfern von Naturkatastrophen ihren Freunden – auch ohne Handy-Empfang – mitteilen können, dass sie in Sicherheit sind.

Doch es geht mir nicht um eine Kritik an Facebook, denn das soziale Netzwerk ist kein Charity-Verein, und für Facebook macht der „Safety Check Button“  und der aktuell verwendete Algorithmus der unverhältnismäßig oft die Sicherheitsfrage stellt durchaus Sinn. Es geht mir um all die Schäfchen, die blind folgen und – wie gewünscht – agieren. Diejenigen, die sich in den Mittelpunkt einer Katastrophe stellen.

Von einem Ereignis, das bedeutsam ist, tragisch, das für immer alles verändern wird, für diejenigen, die ihr Leben lassen und deren Familie und Freunde. Deinen Freunde und Familie kannst du ja das nächste Mal einfach per Handy Bescheid geben, dass du safe bist, ist auch viel persönlicher, oder?

Dafür brauchst du keinen „Safety-Check“ und die Öffentlichkeit. Und, nein, es interessiert auch nicht, dass du gestern oder vor einer Woche oder wann auch immer genau an diesem Ort, dem Schauplatz des Terrors, warst. Es ist nicht von Interesse – zudem pevers.

Category: News

Tags: facebook, Safety-Check

Von: David Kurt Karl Roth

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