CK x ANDY WARHOL STIFTUNG

­čľ╝­čľ╝

Lara Stone r├Ąkelt sich lasziv in schwarzem BH und dazu passendem schlichten H├Âschen auf dem Boden, Kate Moss schmiegt sich mit schneewei├čer Unterhose und freiem Oberk├Ârper an den muskul├Âsen K├Ârper von Mark Wahlberg, Justin Bieber gibt uns seinen sch├Ânsten Schlafzimmerblick, untenrum der typisch-schwarze Bund mit dem unverkennbaren Schriftzug ÔÇÜCalvin KleinÔÇś. Dass er seine CK-Unterhosen nur ein einziges Mal trage, soll Bieber gesagt haben. Dann schmei├če er sie weg, so der Mythos. Die ├ära der Calvin Klein tragenden Supermodels ist mittlerweile vorbei, Kendall Jenner und Co haben ├╝bernommen und tauchen in den ikonischen, weil schlichten Kampagnenbildern der Marke auf.

In den letzten Tagen fiel das Label jedoch nicht wegen einer neuen aufreizenden Fotostrecke – sondern durch eine ungew├Âhnlich scheinende Zusammenarbeit auf. Bis Ende 2020 kooperiert das Unternehmen mit der Andy Warhol Foundation for the Visual arts.

Voraus geht ein fairer Tausch: CK bekommt die Lizenzrechte an den Werken des K├╝nstlers, darf sie von nun an auf wei├če Shirts oder Sweatshirts oder Jutebeutel oder Unterhosenbunde drucken und vervielf├Ąltigen. Die Stiftung wiederum bekommt das Cash. Dieses wiederum flie├čt in Stipendien und nat├╝rlich auch in so Dinge wie ÔÇÜSchaffung, Ausstellung als auch Dokumentation von bildenden K├╝nstenÔÇś. Das Besondere: Das Unterw├Ąschen-Label bekommt nicht nur Zugang zu 6x Marilyn Monroe in pink, gelb, blau, rot – sondern eben auch zu noch unver├Âffentlichten Kunstwerken des gro├čen Warhols.

Das einzige was unserem Modegott und Lieblings-Designer Raf Simons allerdings dazu einf├Ąllt ist: ÔÇ×Mir ist klar geworden, dass die Genialit├Ąt von Warhol weit ├╝ber die heiteren Popart-Bilder der Campbell Supppendosen hinausgehtÔÇť. Einerseits freut es uns nat├╝rlich, dass ein so wichtiger, ein so begehrter Mann in der Mode nun auch endlich die Wichtigkeit, die Vielfalt des WarholÔÇÖschen Werkes erkannt hat. Andererseits wundern wir uns dann doch dar├╝ber, wie lange diese Erkenntnis gebraucht hat. ÔÇ×Ihm gelang es, alle Facetten, auch die dunkleren Seiten der amikerikanischen Erfahrung einzufangen. Warhols Kunst bietet praktisch mehr Wahrheiten ├╝ber dieses Land als alles andere.ÔÇť Und dass Simons trotz dieser wohl erst k├╝rzlich erworbenen Erkenntnis doch schon so gro├če St├╝cke auf diesen Tomatensuppen-K├╝nstler h├Ąlt.

Die erste Zusammenarbeit zwischen Stiftung Label wurde im vergangenen September bei der Show f├╝r die Fr├╝hlingssaison 2018 vorgestellt. Sie beinhaltet in erster Linie via Siebdruck verzierte Jeans und wei├če Shirts. Nicht besonders innovativ.

 

Inspiriert sei das ganze von der Traumfabrik, den Studios, dem Place-to-be des New Yorks in den 70er Jahren. K├╝nstler, Schauspieler, Models, Salvador Dali, Mick Jagger, Madonna, Bob Dylan trieben sich tage – und n├Ąchtelang in der von Warhol gegr├╝ndeten ÔÇ×The FactoryÔÇť am Union Square West herum. Mit diesem Gegensatz zwischen dem Alptraum eines jeden amerikanischen privilegierten Spie├čers und dem American Dream eines jeden Kreativen dieser Jahre, wolle die CK x Warhol Stiftung sich mithilfe der bald verf├╝gbaren Kollektion auseinandersetzen.

In der n├Ąchsten Runde hoffen wir auf einen nicht ganz so einfallslosen Versuch, die ├ästhetik von Warhol und Calvin Klein zu kombinieren, der uns rein von der Machart doch sehr an den gescheiterten Versuch von Kunst x Mode am Beispiel von Jeff Koons f├╝r Louis Vuitton erinnerte. Dabei wollen wir gar nicht wieder Mona Lisa auf billig wirkenden LV-Taschen sehen oder die lachende Marilyn Monroe in bunter Farbpalette auf wei├čen Tops tragen. Aber ein wenig Hoffnung bleibt bestehen, sp├Ątestens bis 2020.

Category: News

Tags: Andy Warhol Foundation, CK

Von: Angelika Watta

Instagram